MARTIN BÖTTCHER

• Einige Anmerkungen vom Autor •

Martin Böttcher und Webmaster Wilfried Wittkowsky In der Musiklandschaft Deutschlands führt die Filmmusik noch immer ein Schattendasein. Es gibt zwar eine ganze Reihe von "Soundtracks" auf dem Markt, aber wenn man genau hinsieht, handelt es sich in sehr vielen Fällen um beliebige Popmusik, die zu einem Sampler zusammengestellt wurde und der dann, des schnellen Euros wegen, unter dem Namen eines erfolgreichen Films oder einer Fernsehserie auf den Markt geworfen wird. Von der Arbeit des eigentlichen Filmkomponisten ist dann auf diesen Tonträgern kaum etwas zu hören.

Eines der schlimmsten Beispiele für die kommerzielle Ausbeutung eines Filmes ist z.B. der "Soundtrack" aus dem Film "9 1/2 Wochen". Kein einziger der Titel auf dem Tonträger stammt vom Komponisten des Films, Jack Nitzsche! Was nicht heißen soll, daß die Musik auf dem Tonträger schlecht ist. Nur ist sie dann eben NICHT der Soundtrack. Dabei gibts doch eine ganze Menge von Filmmusik (die auch in einem Film tatsächlich verwendet wird und nicht nur "inspired by" ist), die es wert ist angehört zu werden - auch ohne kommerzielle Wertschöpfung. Viele gute Filmmusik ist durch dieses Kommerzdenken schon in den Katakomben der Tonträger-Hersteller verschollen. Beispiel: Vom grandiosen Film "WINDJAMMER" gab es zwar mal eine LP, die CD ist aber bis heute noch nicht herausgekommen (die Besucher des Windjammertreffens bei der Sail 2000 in Bremerhaven hätten sich sicherlich darüber gefreut).

Die hier vorliegenden Seiten sollen nun mit dazu beitragen, daß
1.) der Filmmusik im Allgemeinen   und
2.) der Filmmusik deutscher Komponisten mehr Beachtung geschenkt wird.
(Es gibt nämlich nicht nur Ennio Morricone, John Williams, Jerry Goldsmith oder Hans Zimmer !)

Einer der wichtigsten Komponisten ist hierbei der hier vorgestellte MARTIN BÖTTCHER, der nunmehr seit einem halben Jahrhundert die deutsche Filmmusik-Landschaft entscheidend mitgeprägt hat. Dabei reicht seine Stilpalette vom Jazz über Swing zum Blues, vom klassischen Klavierstück bis hin zu elegischen Orchesterwerken.

Martin Böttcher beim Dirigieren
Martin Böttcher beim Dirigieren.
(Foto aus der Doppel-LP
"Portrait in Musik")

Von verschiedenen Seiten wird mir immer wieder erzählt, daß sich seine Musik immer gleich anhöre. Das ist natürlich falsch, zum anderen aber auch zum Teil richtig.

Filmmusik, der "Soundtrack", dient zur Identifizierung eines Filmes, zur Verstärkung bestimmter Spannungselemente, zur Begleitung von verschiedenen Filmszenarien. Dabei sollte natürlich, wie beim Inhalt des Filmes, eine Einheit dabei herauskommen. Erst wenn alles zusammenpasst, wird ein guter Film daraus. Und MARTIN BÖTTCHER verstand es meisterhaft, dieses für jedes von ihm mitgestaltete Filmwerk umzusetzen. Deshalb klingt die Musik eines Filmes, innerhalb dieses Filmes, auch einheitlich - unterscheidet sich aber grundlegend von der Musik eines anderen Filmes. Auch wenn die Musiken einer Filmreihe, wie z.B. der Wallace-Filme oder Karl-May-Filme, untereinander natürlich -durchaus beabsichtigt- wiedererkennbare Stilelemente aufweisen.

Zum unserem großen Glück sind vom Musikwerk MARTIN BÖTTCHERS, dank der unermüdlichen Arbeit einiger Fans, immer noch eine ganze Reihe von Tonträgern auf dem Markt erhältlich. Und auch ältere Stücke werden wieder neu aufgelegt (siehe Discographie: "Die Halbstarken"). Gehen Sie doch einfach mal in den nächsten Plattenladen und überzeugen Sie sich von meinen Ausführungen. (Wenn ihr Laden denn überhaupt gut sortiert ist mit Filmmusik.)

Wenn Sie anderer Meinung zu dem Gesagten sind, schreiben Sie mir oder setzen einen Kommentar in das Filmmusik-Forum auf der Startseite.

Wilfried Wittkowsky

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